Languedoc

Languedoc

Tausendundeine Appellation im Languedoc

 

Alle Weinflächen Deutschlands zusammen mal drei sind gerade so groß wie das Weinanbaugebiet Languedoc. Langue d‘oc, das sind die galloromanischen Sprachen, die sich um das Okzitanische gruppieren (das Limousin zum Beispiel oder das Provençale) und im Süden Frankreichs gesprochen werden. Die Menschen sagten „Oc“ für „Ja“ (von lat. „hoc“ – Neutrum des Demonstrativpronomens „hic“, sprich: dieses, jenes, ebendies), im Gegensatz zu dem Großteil Frankreichs, wo man früher „Oïl“ sagte – und die langue d‘oïl sprach. Okzitanisch war bis ins 17. Jahrhundert die bevorzugte Literatursprache.

Seit dem Beginn der römischen Besetzung Südfrankreichs ist der Weinbau in der Gegend belegt. Der Wein aus dem sich über 240 Kilometer entlang der Mittelmeerküste erstreckenden Anbaugebiet war so beliebt in Rom, dass Kaiser Domitian 92 post Christum ein Produktionsverbot über die gallischen Provinzen verhängte, um dem italienischen Weinbau aus der Krise zu verhelfen.

Noch heute ist das Languedoc das größte Weinbaugebiet Frankreichs. Den Löwenanteil machen die einfachen Vins de Table (Tafelweine) und die Vins de Pays (Landweine) aus. Es gibt jedoch eine große Anzahl hochwertiger AOP- Weine.1 Dazu kommen die VDN – Vins Doux Naturels, Likörweine, wörtlich übersetzt: natürliche Süßweine.

1 Appelation d‘Origine Protégée – früher AOC (Appelation d‘Origine Contrôlée), ist die seit 2009 wirksame Bezeichnung für einen Wein, der nachweisbar aus einer Region, im Falle des AOP Cru sogar nur aus einer Lage stammt.

Domaine Astruc

Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte schreibt die Domaine Astruc aus der Region Limoux im Languedoc.

Die Domäne hat eine lange Geschichte, die mit Jean Astruc, Kutscher in Limoux, beginnt. Er verwirklicht 1862 seinen Traum vom eigenen Weingut und erwirbt 12 Hektar Weinberg in Malras, 100 km südöstlich von Toulouse. Sein Sohn Jean Astruc führt das Gewerbe fort und kauft trotz der Weltwirtschaftskrise und seines Einzugs im Ersten Weltkrieg weiterhin Land für das Weingut an.

In den fünfziger Jahren erbt sein Sohn Pierre die Domaine Astruc. Sie umfasst zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 30 Hektar Anbaugebiet. Dessen Sohn wiederum, Jacques Astruc, kehrt nach dem Studium 1977 nach Malras zurück, um zusammen mit seinem Vater die Domaine Astruc weiter auszubauen.

Die Domaine Astruc wächst seit dieser Zeit kontinuierlich und hat sich zu einem modernen Weingut mit über 400 Hektar Weinbergen etabliert.

Viognier von Domaine Astruc – elegant und ungewöhnlich

Diese Rebsorte ist trotz ihres partikulären Charakters eine der modischsten unter den weißen Rebsorten der Welt – viele WinzerInnen in Südfrankreich haben begonnen, mit der Traube zu experimentieren. Vollreife Viognier-Trauben sind tief goldgelb, fast braun. Entsprechend kräftig und intensiv ist auch die Farbe des Weines.

Viognier weiß mit einem betörenden Duft nach reifen Aprikosen, Mangos und Pfirsich zu betören. Cremig, mineralisch, zurückhaltend in der Säure, leicht salzig im Abgang und eigenwillig ist dieser eher unbekannte und elegante Wein.
Die Rebsorte erlebte in Frankreich seit den späten Achtziger Jahren eine Renaissance. Noch 1968 gab es in ganz Frankreich nur 14 ha Viognier. Die Rebsorte ist empfindlich und ertragsschwach und daher wenig attraktiv für WinzerInnen. Heute wird überall auf der Welt Viognier gepflanzt. Meist wird die Traube zu gehaltvollen Cuvées verarbeitet. Reinsortige Viogniers sind nach wie vor selten.

Der Viognier der Domaine Astruc hat uns mit Aromen von Ingwer, reifem Pfirsich und einem pikanten Finish begeistert. Er passt ideal zu intensiv gewürzter asiatischer Küche, Wild und Geflügel.

Domaine Astruc – Chardonnay

Der Wein stammt aus der kühlsten Region des Languedoc, südlich von Limoux. Er besitzt eine strahlend goldgelbe Farbe und Aromen von exotischen Trockenfrüchten sowie Vanille. Er passt sehr gut zu Fisch und Meeresfrüchten, Geflügel, Blauschimmelkäse oder fruchtigen Desserts.

Domaine Astruc – VILLA DES PINS – Cabernet Sauvignon

Unter dieser Linie der Domaine Astruc finden sich schlichtere Hausweine, die sich durchaus sehen lassen können. Gut ausbalanciert und rund, mit Aromen von Himbeeren und Blaubeeren, rotem Pfeffer und Tabak, ist er ein sehr angenehmer Wein.

Château Lauriga

Selbstbewusst am Fuße der Pyrenäen

Südlich von Perpignan liegt das Château Lauriga. Im Weinkeller dieses altertümlichen katalanischen „mas“ (provençale für Landhaus) wird nun mit modernen Methoden Wein aus den für die Gegend traditionellen Rebsorten Carignan, Grenache und vor allem Muscat d‘Alexandrie vinifiziert.

Die Muskatrebe wird im Languedoc bereits seit dem 7.-6. Jh. a.D. angepflanzt und zu einem aromatischen Süßwein verarbeitet. Der Name verweist auf die Muskatnuss und das reichhaltige, würzige Bouquet der Traube. Plinius der Ältere bezeichnete sie als „vitis ape“ (dt. Traube der Bienen) und bewertet den Muscat als besten natürlichen Süßwein des ganzen Imperium Romanum.

Château Lauriga – Muscat de Rivesaltes

Aus dem antiken Laurinya wurde Château Lauriga und der Likörwein Muscat de Rivesaltes begeistert noch heute durch seine üppige Frucht. Er eignet sich ausgezeichnet als Apéritif und harmonisiert mit seinen Aromen von Minze und Anis formidabel mit Gebäck und Crème Brûlée.

Für mehr Eindrücke gönnen Sie sich ein Gläschen Muscat und schauen Sie den Promofilm des Château Lauriga: